Informationen zur geschichtlichen Entwicklung des Musikschulwesens

Zu den Anfängen

Vor dem Jahre 1938 bestanden lediglich in einigen wenigen Städten des Landes Musiklehranstalten. Ab dem Jahre 1945 kam es nach und nach zu Musikschulgründungen - zuerst in einigen größeren Gemeinden, nach 1965 auch in zahlreichen kleineren Gemeinden, die sich zu diesem Zwecke vielfach zu Arbeitsgemeinschaften, Vereinen oder auch Gemeindeverbänden zusammenschlossen. Nicht uninteressant erscheint in diesem Zusammenhang eine Erhebung an Tiroler Pflichtschulen aus dem Jahre 1964. Demnach spielte damals an 149 Volksschulen kein einziges Kind ein Musikinstrument. Die Begründung lag darin, dass sich im jeweiligen Umfeld kein Musiklehrer oder keine Musikschule befand. Häufig war nicht ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden, da eine korrekte Anstellung von Lehrern aus finanziellen Gründen nicht möglich war

Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Tiroler Musikschulen"

Es gab keine offizielle Dachorganisation, die Höhe des Schulgeldes war deshalb sehr unterschiedlich und wurde von den einzelnen Schulerhaltern festgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Land Tirol kam es 1982 zur Gründung der "Arbeitsgemeinschaft Tiroler Musikschulen". Hauptziel dieser Vereinigung war "die Förderung der Zusammenarbeit der im Land Tirol bestehenden Musikschulen und ihrer Lehrkräfte zur Wahrung ihrer pädagogischen, künstlerischen, sozialen und organisatorischen Belange". Fortbildungsveranstaltungen wurden organisiert und gefördert. In organisatorischen Fragen und Problemen konnte den Musikschulen Hilfestellung geleistet werden.

1990 gab es in Tirol bereits über 60 Musikschulen

In vielen Konferenzen und Tagungen wurde über die weitere Entwicklung der Tiroler Musikschulen beraten, um geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Musikschulwesens in Tirol treffen zu können. 1990 gab es in Tirol bereits über 60 Musikschulen oder "musikschulähnliche" Einrichtungen, oftmals mit nur 30 bis 50 Schülern. Das Fächerangebot an den einzelnen Schulen war sehr unausgeglichen, auch gab es große Unterschiede bezüglich Schuljahrdauer, Unterrichtszeit und Unterichtsqualität.